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Bachletten, Umbau denkmalgeschützes MehrfamilienhausTextBilder   1/17
Bachletten, 2019

Denkmalgeschützes Mehrfamilienhaus
Paulusquartier, Basel

Direktauftrag Privat


Das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus im Bachlettenquartier, ein Bau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ist Teil einer Blockrandzeile mit Ausblick über Zoo und Bahnhof bis zum Gempenhügel. Rückseitig öffnet es sich über Balkone und Gärten zu einem dreieckigen Hof. In den 1980er-Jahren wurden die drei Wohngeschosse und das Mansardenzimmer zu zwei Maisonettewohnungen zusammengelegt; der Estrich blieb als Kaltestrich zugänglich. Die Sanierung umfasst das gesamte Gebäude, der Umbau konzentriert sich aber hauptsächlich auf das 2. und 3. Obergeschoss sowie den Estrich. Für die Privatisierung der oberen Einheit wird das öffentliche Treppenhaus ab dem 2. OG abgetrennt und die Erschliessung intern weitergeführt. Ein kleiner Überbau über fünf Stufen ermöglicht die neue, interne Treppe und „archiviert“ die bestehende. Das Eingangsgeschoss der Wohnung im 2. OG nimmt Küche, Essbereich, Wohnraum mit Kamin und eine Bibliothek auf. Partiell vergrösserte Raumöffnungen schaffen eine zeitgemässe Wohnform. Zur Erfüllung der gewünschten erhöhten Schallschutzanforderungen wird der Bodenaufbau vollständig erneuert. Im 3. OG werden die kleinteiligen Mansardenzimmer und das ehemalige Bad zu zwei grösseren Räumen zusammengeführt. Das neue Bad liegt zentral in der davor bestehenden dunklen Erschliessungszone, um die Belichtung der Zimmer zu maximieren. Der Estrich wird zu einem offenen Raum mit integriertem Bad ausgebaut. Der nahezu gleichschenklige Dachraum wird über eine Wendeltreppe erschlossen und durch neue Klappflügelfenster belichtet; Dach und Fenster werden denkmalgerecht saniert. Für die räumliche Verbindung der drei Ebenen wird im 3. OG ein bis zur Dachhaut reichender zweiter Wohnraum geschaffen, der über neu gesetzte Dachflächenfenster natürlich belichtet wird. Materialien, die das Haus seit seiner Erbauungszeit prägen, werden neu interpretiert und mit aktuellen Herstellungsmethoden weitergeführt. Raumprägende Einbauten bestehen aus dunkel geölter Eiche; die Küchenabdeckung erhält eine Rohmessingplatte. Metalloberflächen werden als geölter Schwarzstahl ausgeführt, die Objektleuchten aus mundgeblasenem Glas setzen einen handwerklichen Kontrast zu den präzisen Metallkörpern. Elemente des 19. Jahrhunderts wie Türen, Stuckaturen, Lamperien und Sockelleisten werden erhalten, adaptiert oder zeitgemäss überformt. Altes und Neues wird im bewussten Verhältnis in Ergänzung gebracht um ein Gesamtwerk des 21. Jhd. zu erreichen.


Verfahren Direktauftrag
Auftraggeber Privat
Ingenieur Schnetzer Puskas Ingenieure AG
Kollaboration Studio Raphalea Schacher
Fotos Mark Niedermann, ASA+SAGA