Aufstockung Textilmuseum
St.Gallen
offener Ideenwettbewerb, zweistufig
Die Erweiterung des Textilmuseums kombiniert die haptisch sinnlichen Eigenschaften eines Stoffes mit der Hightech-Anforderung an heutige Textilien und übersetzt diese in eine eigenständige Architektur. Statisch steht der „Leichtbau“ auf der Primästrutur des Bestands, der energetisch vom Neubau und dem technischen Fortschritt profitiert.
Umgang mit Bestand – Struktur und Stoff
Eine leichte Holzstruktur ersetzt das bestehende Museumsdach mit einem eigenständigen Dach, das sich zeltartig über die letzte Geschossdecke spannt und sich vom kräftigen Horizontalgesims des Bestands absetzt. Vier unterschiedlich geneigte Träger überspannen das Gebäude und leiten die Lasten in die Tragstruktur des Altbaus ab. Die Aussenhülle fällt wie ein Tuch über die Struktur, wodurch diese abgebildet bleibt. So gründet die Erscheinung des neuen Museumsdachs auf den Prämissen und Proportonen des Bestands: Die architektonische Gliederung in einen Mittelrisalit mit zwei Seitenrisaliten findet im Dach seine strukturelle Übersetzung.
Sinnliche Raumerfahrung – Fliessende Raumfügungen
Die Ausstellungsfläche ist geprägt von einem sanft geschwungenen Dach, einer textilen Decke, die das Fallen eines Stoffes versinnbildlicht. Drei stützenfreie Ausstellungsräume bilden eine fliessende Raumabfolge und unterscheiden sich jeweils in ihren Proportionen. Zusammen mit der an die Fassade umgeleiteten Erschliessung wird die ideale Voraussetzung für verschiedene Ausstellungskonzepte und Durchwegungen geschaffen. Links oder rechts herum, der Museumsrundgang findet auf dem obersten Geschoss kein Ende in einem letzten Raum, sondern führt über eine Schlaufe wieder zurück zum Abgang.
Haut – Intelligente Hülle
Der Anspruch an die neue Haut ist hoch. Ziel ist ein nachhaltiger Umgang mit dem Bestand, der die heutigen Möglichkeiten ausschöpft. Das neue Dach liefert die Energie nicht nur für die Erweiterung selbst, sondern auch für den Bestand. Solarschindeln überziehen das Dach und schaffen eine Ornamentik, die ihre Funktion abbildet und gleichzeitig in einen Dialog mit dem stark ornamentierten Bestand tritt. Durch feine Einschnitte und Modellierungen der Hülle entstehen interessante Ausblicke und eine kleine Terrasse im Bereich des zentral gelegenen Raumes für Kulturvermittlung. Gleichzeitig wird subtil auf die Dreiteiligkeit des Bestandes reagiert.
Verfahren offener Ideenwettbewerb, zweistufig
Auftraggeber Stadt St. Gallen
Kollaboration Zimmer Schmidt Architekten
Visualisierungen ASA+SAGA, Zimmer Schmidt Architekten