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Finalist Projekt – Swiss Art Awards, 8000 m3 LuftTextBilder   1/2
Finalist Projekt – Swiss Art Awards, 2026

8000 m2 Luft
Basel

Selektion und Nominierung


8000 Kubikmeter Luft

Threshold spaces / Schwellenräume – stehen per Definition zwischen zwei Seiten, zwei Räumen, zwei Welten oder zwei Realitäten. Ob als physische Zwischenräume oder als immaterielle, kulturelle Räume unterschiedlichster Form und Größe – ihnen kommt eine vermittelnde und auch verbindende Rolle zu. Sie wirken als Scharnier, welche in einem städtischen Gefüge, in Nachbarschaften oder in Ökosystemen und letztlich auch in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft – Dinge zusammenhalten können. 
Ein Erkennen, die Gestaltung und Weiterentwicklung dieser Räume ist darum eine gemeinsame Aufgabe.
Der Messebau von Theo Hotz (Halle 1.1) steht – mit seiner 200 Meter langen Fassade im Stadtgefüge schwer greifbar – in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem der dichtesten Wohnquartiere der Schweiz. Hinter der reflektierenden Glashaut, in der zweischichtigen Fassade umhüllt ein 8000 Kubikmeter großer Luftraum den Bau. Was zeitgleich ein kluges Kaschieren der dahinterliegenden Infrastrukturelemente ist, lässt ihn jedoch auch hermetisch, unnahbar und gar statisch erscheinen. So bleibt ein Haus, welches sich in ständiger Veränderung befindet – vom privaten Gebäude zum öffentlichen Ort während Ausstellungszeiten – durch seine Fassadengestaltung vom umliegenden Stadtraum abgeschirmt.
Dieser prominente Luftraum mitten in Basel steht stellvertretend für Schwellenräume und für viele Orte, die ein ungenutztes Potential der Verbindungen und Möglichkeiten bergen, die Stadtlandschaft lebendig, inklusiv und nachhaltig zu gestalten. Darum steht er auch symbolisch als Einladung, unsere (gebaute) Umwelt immer wieder neu wahrzunehmen, zu hinterfragen, und unsere persönlichen Ressourcen auf die eine oder andere Art einzubringen.
Die vorliegende Intervention setzt auf zwei Ebenen an:
Possibility space / Möglichkeitsraum – Der bislang unsichtbare Möglichkeitsraum wird punktuell sichtbar gemacht. Licht und Farbe betonen die unerwartet dreidimensionale Struktur des Gebäudes. Je nach Tageszeit und Perspektive tritt die Spiegelung des Glases zurück, und das Haus erhält temporär eine farbige Krone. Die Installation ermöglicht für den kurzen Moment der Art Basel einen Perspektivenwechsel und trägt den temporär öffentlichen Stadtraum im Obergeschoss über den Schwellenraum visuell in die Stadt hinaus und verankert ihn mit dem Boden des Stadtraums.
Possibilities / Möglichkeiten – der Raum wird temporär aktiviert – nicht als fertiger Vorschlag sondern als kuratierter Prozess, der bereits im Rahmen der Ausstellung 2026 beginnt und der mit der Art Basel 2027 nicht enden soll. Ort, Rahmen und Thema der Aktivierung werden hier bewusst offen gelassen, um die Möglichkeit ins Zentrum zu rücken… Besucher:innen sind eingeladen, über mögliche Interventionen nachzudenken und ihre Interessen zu gewissen Themen zu bekunden: Was könnte in diesem Fassadenraum geschehen? Welche Rolle könnte er übernehmen? Welchen Nutzen könnte er bringen? 

Alles mit dem Ziel, das Momentum der Intervention als Impuls der Veränderung zu nutzen, die Messe(hallen) – über die Dauer der Art Basel hinaus – als Teil des städtischen Alltags zu begreifen.